Investforwomen
Investieren & Altersvorsorge

Rohstoff-ETFs – lohnt sich die Beimischung?

Lohnen sich Rohstoff-ETFs im Depot? Erfahre, warum sie nur als kleiner Satellit sinnvoll sind, welche Rolleffekte drohen und wie der Inflationsschutz wirkt.

JennyJenny·14.08.2026· 21 Min.
Finanzbildschirm mit bunten Kurscharts und Marktdaten zu Schwankungen an den Börsen
InhaltKurz erklärt

Lohnt sich ein ETF auf Rohstoffe? Kurz gesagt: ja, aber nur als kleine Beimischung von wenigen Prozent zu einem breit gestreuten Welt-ETF-Kern. Als Basis für Deinen Vermögensaufbau taugt er nicht. Die Frage, welcher der besten Rohstoff-ETFs Dein Depot krönt, ist zweitrangig. Entscheidend ist zuerst, ob diese Anlageklasse überhaupt zu Deiner Strategie passt. Diese Einordnung hilft Dir, das fundiert zu entscheiden, statt einem zyklischen Trend hinterherzulaufen.

Kurz erklärt

  • Ein Rohstoff ETF eignet sich nur als kleiner Satellit von wenigen Prozent, nicht als Portfolio-Kern.
  • Die meisten Rohstoff-ETFs investieren über Terminkontrakte statt in physische Ware.
  • Rolleffekte im Contango können die Performance über Jahre spürbar schmälern.
  • Bei Indexfonds auf Rohstoffe greift keine Teilfreistellung. Physisch besicherte Rohstoff-ETCs auf Gold sind steuerlich ein Sonderfall.
  • Der Inflationsschutz ist empirisch begrenzt und stark vom Timing abhängig.

Lohnt sich ein ETF auf Rohstoffe überhaupt?

Rohstoffe sind bestenfalls ein kleiner Satellit in Deinem Depot. Anders als Aktien werfen sie keine Dividenden ab und schütten keine Zinsen aus. Ihre langfristige reale Rendite liegt deutlich niedriger als die eines breiten Aktienmarktes. Terminkontrakte am Rohstoffmarkt liefern über Jahrzehnte kaum einen verlässlichen Ertrag, sondern ein zyklisches Auf und Ab.

Für wen lohnt sich das Thema also? Wenn Du bereits einen soliden Welt-ETF-Kern besparst, Rücklagen hast und Deine Streuung bewusst um einen antizyklischen Baustein ergänzen willst, kann eine kleine Beimischung von Rohstoffen das Rendite-Risiko-Profil eines Multi-Asset-Portfolios optimieren. Startest Du gerade erst oder hoffst auf schnelle Gewinne, ist sie es nicht. Wie Du grundsätzlich mit ETFs den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit gehst, zeigen die Grundlagen dazu. Diese Anlageklasse ist weder Selbstläufer noch Renditemotor. Sie ist ein Diversifikationswerkzeug mit klaren Grenzen.

Wie ein Rohstoff ETF funktioniert

Ein Rohstoff ETF bildet einen Rohstoff-Index nach, der die Preisentwicklung mehrerer Rohstoffe abbildet, von Energie über Edelmetalle bis zu Agrarrohstoffen. Du kaufst also nie physisches Öl oder Weizen, sondern setzt auf einen Korb aus Preisen. Zwei Punkte solltest Du dafür verstehen: warum das Investment über Futures läuft und worin sich ein Indexfonds und ein ETC unterscheiden.

Warum das Investment über Futures statt physischem Kauf läuft

Müsste ein Fonds Deinen Anteil an einer Öl-Investition tatsächlich als Fässer lagern, wäre das absurd teuer und logistisch unmöglich. Rohöl, Erdgas oder Kaffee brauchen Tanks, Silos und Kühlung. Genau deshalb investieren breite Rohstoff-ETFs nicht in die physische Ware, sondern über Terminkontrakte, sogenannte Futures.

Ein Future ist ein standardisierter Vertrag, mit dem Du Dich verpflichtest, eine bestimmte Menge einer Ware zu einem festgelegten Preis an einem künftigen Termin zu kaufen. Der Fonds hält also nicht das Gut selbst, sondern das Versprechen auf dessen künftigen Preis. So partizipierst Du an der Entwicklung am Rohstoffmarkt, ohne jemals ein Barrel Rohöl zu besitzen.

Unterschied zwischen Rohstoff ETF und ETC

Der Begriff ETF wird oft pauschal verwendet, dabei ist die rechtliche Struktur entscheidend. Ein echter Rohstoff ETF ist ein Sondervermögen. Dein Geld ist damit rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt und bei einer Pleite des Anbieters geschützt. Ein solcher Indexfonds enthält meist mehrere Rohstoffe und streut damit über verschiedene Sektoren.

Ein ETC, ein Exchange Traded Commodity, funktioniert anders. Er ist rechtlich eine Schuldverschreibung, also eine Anleihe des Emittenten. Damit trägst Du ein Emittentenrisiko: Geht der Herausgeber pleite, kann Dein Kapital gefährdet sein. Seriöse Rohstoff-ETCs sichern dieses Risiko durch Hinterlegung von echten Rohstoffen oder Sicherheiten ab. Solche Rohstoff-ETCs bilden häufig einen einzelnen Rohstoff ab, etwa Gold oder Silber, während ein diversifizierter Rohstoff ETF einen ganzen Korb abdeckt.

Rolleffekte: So entstehen Contango und Backwardation

Hier liegt der wichtigste und am meisten unterschätzte Punkt. Weil ein Rohstoff ETF über Terminkontrakte investiert, muss er die auslaufenden Kontrakte regelmäßig gegen neue mit späterer Fälligkeit tauschen. Diesen Vorgang nennt man Rollen. Je nach Marktlage kostet das Geld oder bringt welches.

Von Contango spricht man, wenn der weiter in der Zukunft liegende Kontrakt teurer ist als der aktuelle. Der Fonds verkauft dann den billigeren, auslaufenden Kontrakt und kauft den teureren. Bei jedem Rollvorgang verliert er so ein Stück Rendite. Das Gegenteil ist Backwardation: Hier ist der künftige Kontrakt günstiger, der Fonds gewinnt beim Rollen.

Ein konkretes Beispiel. Angenommen, der aktuelle Öl-Future kostet 80 US-Dollar, der Kontrakt für den nächsten Monat aber 82 US-Dollar. Beim Rollen tauscht der Fonds also 80er-Kontrakte gegen 82er, ein Rollverlust von rund 2,5 Prozent, obwohl sich der Spotpreis selbst gar nicht bewegt hat. Bei zwölf Rollvorgängen im Jahr können so selbst bei einem seitwärts laufenden Spotpreis zweistellige Renditeeinbußen entstehen.

Das ist der Grund, warum ein Rohstoff ETF über mehrere Jahre spürbar schlechter laufen kann, als der reine Preis der Ware an der Börse suggeriert. Manche Rohstoff-Indizes versuchen, diesen Effekt zu entschärfen, indem sie gezielt Kontrakte mit möglichst geringem Rollverlust wählen. Ganz vermeiden lässt er sich nicht. Wer diese Anlageklasse beimischt, muss diesen strukturellen Gegenwind einkalkulieren.

Mehrere Bitcoin-Münzen auf Holzfläche vor Kursgrafik mit Marktkapitalisierung von 1,1 Billionen.
RDNE Stock project

Die wichtigsten Rohstoff-Indizes im Vergleich

Ein Rohstoff ETF ist nur so gut wie der Rohstoff-Index, den er abbildet. Der zugrunde liegende Index bestimmt, wie breit gestreut wird, wie stark einzelne Sektoren gewichtet sind und nach welcher Logik gerollt wird. Drei Rohstoff-Indizes dominieren den Markt: der Bloomberg Commodity Index, der Rogers International Commodity Index (RICI) und der UBS CMCI. Ein Index mit strengen Obergrenzen verhindert, dass ein einzelner Rohstoff wie Rohöl das Ergebnis dominiert, während ein konsumorientierter Index deutlich stärker gewichtet, was in der Weltwirtschaft real verbraucht wird. Die folgende Tabelle stellt die harten Vergleichsdaten gegenüber.

IndexAnzahl RohstoffeMaximalgewichtAnpassung
Bloomberg Commodity Indexca. 20 bis 24max. 15 % je Rohstoff, 33 % je Sektorjährlich
RICIca. 38keine feste Kappung, konsumorientiert gewichtetmonatlich
UBS CMCIbreit gestreutbreite Streuung über mehrere Laufzeitenlaufend

Der Bloomberg Commodity Index gilt als der Standard für breite Streuung mit strengen Gewichtungsgrenzen, denn kein Rohstoff und kein Sektor darf zu dominant werden. Viele bekannte Produkte großer Anbieter wie iShares, Xtrackers und Invesco bilden ihn ab. Der RICI enthält die meisten Einzelrohstoffe und deckt auch exotische Waren ab. Der UBS CMCI verteilt seine Kontrakte bewusst über mehrere Fälligkeiten, um den Rolleffekt zu glätten. Die Indexwahl ist damit keine Formalie. Sie entscheidet über Deine tatsächliche Diversifikation und über die Höhe der Rollverluste.

Diversifikation und Inflationsschutz: Was Rohstoffe wirklich leisten

Zwei Argumente werden für diese Anlageklasse immer wieder genannt: Sie soll das Depot stabilisieren und vor Inflation schützen. Beides stimmt, aber nur eingeschränkt. Der Nutzen ist real, doch begrenzt und stark von den Umständen abhängig. Schauen wir uns beide Versprechen einzeln an.

Wie gering die Korrelation zu Aktien tatsächlich ist

Rohstoffe bewegen sich historisch oft unabhängig von Aktien und Anleihen. Diese niedrige Korrelation ist der eigentliche Grund, warum ein Rohstoff ETF überhaupt als Beimischung diskutiert wird: Läuft die Börse schlecht, kann der Rohstoffmarkt stabil bleiben oder steigen und dämpft so Schwankungen im Gesamtdepot. Wer sich grundsätzlich fragt, welche Geldanlage für Frauen sinnvoll ist, findet dort einen breiteren Überblick.

Das Problem: Diese Korrelation ist nicht konstant. In ruhigen Marktphasen ist der Diversifikationseffekt am größten, doch ausgerechnet in schweren Krisen steigt die Korrelation häufig an. Wenn Anlegerinnen panisch verkaufen, fallen oft alle Anlageklassen gleichzeitig, so geschehen im März 2020. Der Schutz greift also am schwächsten, wenn Du ihn am dringendsten bräuchtest.

Schützen Rohstoffe wirklich vor Inflation?

Der Inflationsschutz ist das populärste Verkaufsargument und zugleich das unzuverlässigste. In den 1970er Jahren stiegen die Preise am Rohstoffmarkt parallel zur hohen Teuerung, und auch 2021 und 2022, als Energie- und Nahrungsmittelpreise explodierten, legten Rohstoffe stark zu. Das klingt nach einem verlässlichen Muster.

Doch in vielen anderen Phasen enttäuschte diese Anlageklasse. Ob der Hedge funktioniert, hängt entscheidend vom Timing und von der Art der Teuerung ab, ähnlich wie beim viel diskutierten Inflationsschutz durch Aktien. Steigt sie durch Angebotsschocks bei Energie, profitieren Rohstoffe. Ist sie nachfrage- oder geldpolitisch getrieben, kann das Bild ganz anders aussehen. Als kalkulierter Baustein einer breiten Streuung ergibt ein Rohstoff ETF mehr Sinn als eine Wette auf die nächste Teuerungswelle.

Warum die Gesamtstrategie wichtiger ist als das Einzelprodukt

Rohstoffe entfalten ihren Nutzen nur, wenn sie klug in eine durchdachte Gesamtstrategie eingebettet sind. Die Frage ist nie „Welcher Rohstoff ETF ist der beste?“, sondern „Passt dieser Baustein zu meinen Zielen, meinem Zeithorizont und meinem restlichen Depot?“.

Genau hier setzt Investforwomen an. Die digitale 1:1-Investmentberatung ausschließlich für Frauen betrachtet nicht einzelne Produkte, sondern Deine gesamte Vermögensstruktur. Gerade beim langfristigen Vermögensaufbau und beim Schließen der Rentenlücke, die durch Teilzeit und Elternzeit bei vielen Frauen größer ausfällt, zählt die Strategie mehr als das einzelne Wertpapier. Willst Du wissen, ob und wie viel Rohstoffe zu Deinem Wertpapierdepot passen, klär das in einem kostenlosen Erstgespräch.

Steuern bei Rohstoff-ETFs und ETCs in Deutschland

Die Steuer entscheidet mit über Deine Nettorendite, und bei dieser Anlageklasse gelten andere Regeln als bei Aktien-ETFs. Zwei Fälle sind für deutsche Privatanlegerinnen zentral: die fehlende Teilfreistellung bei breiten Rohstoff-ETFs und die steuerliche Sonderstellung physisch besicherter Gold-Rohstoff-ETCs. Die folgenden Abschnitte ordnen beide ein, ersetzen aber keine Steuerberatung.

Keine Teilfreistellung bei Rohstoff-ETFs

Bei einem breiten Aktien-ETF bleiben 30 Prozent der Gewinne dank der sogenannten Teilfreistellung steuerfrei. Diese Vergünstigung greift nur bei Fonds mit einer bestimmten Aktienquote. Ein Swap UCITS ETF auf Rohstoffe, der die Preisentwicklung eines Index nachbildet, hält keine Aktien, also gibt es keine Teilfreistellung.

Deine Gewinne unterliegen damit voll der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei sonst identischer Rendite bleibt Dir nach Steuern aus einem solchen UCITS ETF also weniger als aus einem Aktien-ETF. Diesen Nachteil solltest Du bei der Renditeerwartung von Anfang an einplanen.

Sonderfall physisch besicherte Gold-ETCs wie Xetra-Gold

Physisch besicherte Gold-Rohstoff-ETCs sind steuerlich ein eigener Fall. Produkte wie Xetra-Gold verbriefen einen Anspruch auf physische Auslieferung von echtem Edelmetall. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass solche Papiere steuerlich wie der direkte Kauf des physischen Metalls behandelt werden können.

Das bedeutet konkret: Hältst Du einen solchen ETC länger als ein Jahr, kann der Veräußerungsgewinn steuerfrei sein, anders als bei einem Swap UCITS ETF auf Rohstoffe, bei dem immer die Abgeltungssteuer anfällt. Diese Regelung gilt jedoch nicht automatisch für jedes goldbesicherte Produkt, und die Rechtslage kann sich ändern. Prüfe vor dem Kauf die konkrete Produktstruktur und ziehe im Zweifel steuerlichen Rat hinzu.

Thematische Rohstoff-ETFs: Kupfer und Energiewende-Metalle

Neben breiten Produkten gibt es thematische Nischenlösungen, die auf einzelne Segmente setzen: Kupfer und andere Industriemetalle, seltene Erden oder Metalle für die Energiewende wie Lithium und Nickel. Sie bilden ihr Thema oft nicht über Terminkontrakte ab, sondern über Aktien von Rohstoffunternehmen aus Bergbau und Verarbeitung. Anbieter wie WisdomTree und L&G haben hier spezialisierte Produkte im Angebot.

Das macht sie zu einer Wette auf einen einzelnen Trend, etwa die These, dass die Elektrifizierung die Kupfernachfrage jahrelang nach oben treibt. Diese Fokussierung bringt ein hohes Klumpenrisiko mit sich: Läuft das Thema schlecht, gibt es keinen breiten Puffer. Solche Fonds gehören allenfalls als kleiner, spekulativer Satellit ins Depot, nie als breite Basis. Für den langfristigen, planbaren Vermögensaufbau sind sie ungeeignet.

Diese vier Kriterien entscheiden bei der Auswahl

Hast Du Dich grundsätzlich für eine kleine Beimischung entschieden, prüfe das konkrete Produkt anhand von vier Kriterien. Es geht dabei nicht um ein Ranking der „besten“ Fonds, sondern um die Eigenschaften, die über Kosten und Qualität entscheiden. Wichtig ist, dass Du diese Kriterien in Ruhe nebeneinanderlegst, statt allein auf einen bekannten Namen oder eine hohe Vergangenheitsrendite zu schauen. Denn die spätere Performance hängt bei einem Rohstoff ETF stark von den laufenden Kosten und der Konstruktion des Fonds ab.

  • Gesamtkostenquote (TER): Ein Rohstoff ETF kostet meist zwischen 0,15 und 0,60 Prozent pro Jahr, einzelne Produkte auch mehr. Jeder Zehntelprozentpunkt geringere Gesamtkostenquote bleibt langfristig in Deiner Rendite.
  • Fondsvolumen: Ein Fondsvolumen ab etwa 100 Millionen Euro spricht für Wirtschaftlichkeit und geringes Risiko einer Schließung. Sehr kleine Fonds werden häufiger eingestellt.
  • Replikationsart: Prüfe, ob der Fonds als Swap UCITS ETF oder physisch besichert konstruiert ist. Die Details dazu erläutern die Abschnitte zur Funktionsweise und zur Steuer.
  • Zugrunde liegender Index und Rollstrategie: Achte darauf, welcher Rohstoff-Index abgebildet wird und ob der Fonds eine optimierte Rollstrategie nutzt, etwa über einen Bloomberg Commodity Forward 3M oder eine ex-Agriculture-Variante, um Contango-Verluste zu dämpfen.

Diese vier Punkte helfen Dir, ein solides von einem schwachen Produkt zu unterscheiden, unabhängig davon, ob es von iShares, Xtrackers, Invesco oder einem anderen Anbieter aufgelegt wird.

Infografik: Diese vier Kriterien entscheiden bei der Auswahl 1. Gesamtkostenquote (TER): Ein Rohstoff ETF kostet meist zwischen 0,15...

Wie viel Rohstoffe ins Portfolio passen

Die entscheidende Frage ist nicht welches Produkt, sondern wie viel. Und die Antwort ist klar: wenig. Dein Portfolio braucht zuerst ein stabiles Fundament aus einem breit gestreuten Welt-ETF-Kern, der 70 bis 90 Prozent Deines Anlagekapitals ausmacht. Ein Rohstoff ETF ist ein Satellit, kein Pfeiler.

Als Richtwert gilt eine Beimischung von 5 bis maximal 10 Prozent. Eine vorsichtige Einsteigerin wie Anna kommt gut ganz ohne diese Anlageklasse aus, ihr Fokus sollte auf dem regelmäßigen Aufbau des Kerns liegen. Julia mit hohem Einkommen und wachsendem Wertpapierdepot kann eine gezielte Beimischung von etwa 5 Prozent rechtfertigen. Andrea, die ihre Altersvorsorge selbstbestimmt gestalten und ihre Rentenlücke schließen will, sollte Rohstoffe nur nutzen, wenn ihr Kern bereits solide steht und sie die Schwankungen aushält.

Bevor Du in Rohstoff-ETFs investierst, prüfe drei Punkte für Dich:

  • Steht Dein Welt-ETF-Kern und ist er ausreichend groß?
  • Hast Du einen Notgroschen und Rücklagen außerhalb des Depots?
  • Kannst Du starke Preisschwankungen aushalten, ohne panisch zu verkaufen?

Rohstoffe 2026: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Immer wieder liest man von einer beginnenden „Rohstoffdekade“, angetrieben von Energiewende, Angebotsknappheit und geopolitischen Spannungen. Diese These klingt überzeugend, sollte aber kritisch geprüft werden.

Der Ölpreis schwankt 2026 in einem breiten Band, Erdgas bleibt nach den Verwerfungen der Vorjahre volatil, und beim Edelmetall Gold liegen die Notierungen nahe historischer Höchststände, auch wegen anhaltender Nachfrage von Zentralbanken. Genau hier lauert die Falle: Wer erst einsteigt, nachdem ein Rohstoff stark gestiegen ist, läuft dem Trend hinterher und kauft teuer ein.

Dieser verhaltensökonomische Fehler kostet Anlegerinnen regelmäßig Geld. Gerade beim langfristigen Vermögensaufbau ist Timing kein tragfähiges Konzept. Wer passiv investieren will, setzt statt auf den perfekten Einstiegszeitpunkt auf eine feste, kleine Zielquote, die Du unabhängig von der Marktstimmung diszipliniert hältst. Ob eine solche Dekade tatsächlich kommt, weiß niemand verlässlich, und Deine Strategie sollte nicht von dieser Wette abhängen.

Dein nächster Schritt zu einer durchdachten Strategie

Ein ETF auf Rohstoffe ist eine optionale Beimischung von wenigen Prozent, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Was wirklich zählt, ist Deine Gesamtstrategie: ein solider Kern, eine bewusste Streuung und die Disziplin, langfristig dranzubleiben statt Trends hinterherzujagen.

Investforwomen begleitet Frauen genau dabei, individuell, auf Augenhöhe und mit Blick auf Dein gesamtes Vermögen statt auf ein einzelnes Produkt. Ob Berufseinstieg, Familienplanung oder Rentenlücke: In einem kostenlosen Erstgespräch klärst Du, welche Strategie zu Deinem Leben passt. Buch Dir Deinen Termin und mach den nächsten Schritt zu finanzieller Unabhängigkeit.

Häufige Fragen zu ETF auf Rohstoffe

Wie hoch sollte die Rohstoff-Beimischung sein?

Als Richtwert gelten 5 bis maximal 10 Prozent Deines Anlagekapitals. Die ausführliche Begründung und wann Du ganz verzichten kannst, findest Du im Abschnitt „Wie viel Rohstoffe ins Portfolio passen“.

Wie groß sind die Rollverluste konkret?

Das hängt vom Rohstoffmarkt ab. Die konkrete Größenordnung und ihre Wirkung über ein Jahr erläutert der Abschnitt „Rolleffekte: So entstehen Contango und Backwardation“.

Rohstoff ETF oder direkter Gold- und Silberkauf?

Physische Edelmetalle verursachen Lager- und Versicherungskosten, sind aber emittentenunabhängig. Ein physisch besicherter Gold-Rohstoff-ETC bündelt beides: Handelbarkeit an der Börse plus Auslieferungsanspruch. Für kleine Beträge ist der ETC meist praktischer, für echte Krisenvorsorge bevorzugen manche das physische Metall.

Zahlt ein Rohstoff ETF Dividenden?

Nein. Rohstoffe erwirtschaften keine laufenden Erträge wie Unternehmen. Deine Rendite entsteht ausschließlich aus der Preisentwicklung der Terminkontrakte, abzüglich Rollkosten und Gebühren. Wer regelmäßige Ausschüttungen sucht, ist mit dieser Anlageklasse falsch beraten.

Sind Rohstoff-ETFs für einen Sparplan geeignet?

Grundsätzlich ja. Ein Rohstoff-Sparplan ergänzt Deinen Kern-Sparplan, ersetzt ihn aber nie.

Quellen

Jenny

Über die Autorin

Jenny

Geschäftsführerin & Gründerin

Jenny weiß seit ihrer Jugend, wie schnell finanzielle Sicherheit ins Wanken geraten kann. Weil die Finanzbranche Frauen nicht abholt, hat sie mit Investforwomen ihre eigene Antwort darauf gegründet.

Mehr über die Autorin
14.08.2026 21 Min.Investieren & Altersvorsorge
Teilen:

Nimm deine Finanzen selbst in die Hand

  • Endlich den kompletten Durchblick und einen klaren Plan für deine Finanzen
  • Du erhältst deine persönliche Investmentstrategie von den Investforwomen Expertinnen
  • 100 % kostenfrei und unverbindlich
Jenny und Isabelle von Investforwomen