Kinderdepot-Vergleich 2026 – die besten Anbieter
Kinderdepot Vergleich 2026: Trade Republic, Scalable, Comdirect & ING im Check. Gebühren, ETF-Sparpläne, Steuern und BAföG-Frage einfach erklärt.

InhaltDie wichtigsten Infos
- Die wichtigsten Infos
- Welches Kinderdepot passt zu welcher Anlegerin?
- Junior-Depot Vergleich 2026: Anbieter, Gebühren und Sparpläne im Überblick
- Diese drei Auswahlkriterien entscheiden über die Rendite
- Total Cost of Ownership: Was ein Kinderdepot über 18 Jahre wirklich kostet
- Kurzporträts der besten Juniordepot-Anbieter
- Renditebeispiele bis zum 18. Geburtstag durchgerechnet
- Steuern im Kinderdepot: Wann bleiben Erträge steuerfrei?
- Schenkungssteuer-Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad
- Die BAföG-Falle: Wann ein Kinderdepot schaden kann
- Wem gehört das Geld – und was passiert mit 18?
- Frühstart-Rente 2026: Was das Konzept bringt
- Kinderdepot oder Elterndepot – welche Lösung passt zu dir?
- Kinderdepot eröffnen: Unterlagen und Ablauf
- Deine nächsten Schritte mit Investforwomen
- Häufige Fragen zum Junior-Depot Vergleich
- Quellen
Wenn du für dein Kind langfristig Vermögen aufbauen willst, brauchst du kein kompliziertes Produkt, sondern das richtige Juniordepot. Genau hier setzt ein Kinderdepot-Vergleich an. Für kleine, automatisierte Raten ab einem Euro sind gebührenfreie Anbieter wie Trade Republic oder Scalable Capital die beste Wahl. Willst du maximale ETF-Auswahl und Bankanbindung, punkten Comdirect und ING. Welches Juniordepot bei Depotgebühr, ETF-Sparplänen und Konditionen vorn liegt, zeigt dir die Vergleichstabelle weiter unten mit Stand Juli 2026. Danach klären wir Steuern, Recht und die entscheidende BAföG-Frage.
Die wichtigsten Infos
- Bei gebührenfreien Anbietern wie Trade Republic und Scalable Capital kosten die ETF-Sparpläne fürs Juniordepot 0 Euro.
- Über § 20 EStG bleiben Kapitalerträge im Kinderdepot dank Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag bis rund 13.000 Euro pro Jahr steuerfrei.
- Ab dem 18. Geburtstag gehört das Wertpapierkonto allein dem Kind, und die Verfügungsgewalt der Eltern endet vollständig.
- Bei absehbarem BAföG-Bezug kann ein Juniordepot schaden, weil Vermögen über der Freigrenze angerechnet wird.
- 100 Euro monatlich über 18 Jahre bei 6 % Ertrag ergeben rund 38.400 Euro. Der Zinseszins macht den Unterschied.
Welches Kinderdepot passt zu welcher Anlegerin?
Die richtige Wahl hängt weniger vom Testsieger-Siegel ab als von deiner Situation. Sparst du kleine Beträge automatisiert und willst alles per App erledigen, so wie Anna mit 25 Euro im Monat, bist du bei den Neobrokern richtig. Trade Republic, Scalable Capital und Finanzen.net Zero bieten kostenlose ETF-Sparpläne ab einem Euro und eine schlanke, mobile Depotführung. Für dich zählt jeder Euro, der nicht in Gebühren verschwindet. Wenn du dich fragst, welche ETF-Strategie für Frauen sinnvoll ist, lohnt sich vorab ein Blick auf die Basics.
Legst du dagegen Wert auf eine riesige Auswahl an ETFs, mehrere Handelsplätze und einen Kundenservice mit Bankanbindung, sind Comdirect, ING und Consorsbank die passenden Adressen. Sie kosten bei ETF-Sparplänen teils etwas mehr, geben dir dafür aber Flexibilität und etablierte Strukturen. Das ist besonders relevant, wenn du wie Julia oder Andrea zusätzlich Aktien handeln oder größere Einmalanlagen einbringen willst. Über 18 Jahre entscheidet vor allem eines, nämlich die Kostenoptimierung. Kleine prozentuale Sparplangebühren summieren sich stärker, als die meisten denken.
Junior-Depot Vergleich 2026: Anbieter, Gebühren und Sparpläne im Überblick
Die folgende Übersicht bündelt die harten Konditionen der wichtigsten Anbieter, Stand Juli 2026. Aufgeführt sind neun gängige Depots von den Neobrokern bis zu den etablierten Direktbanken, jeweils mit Depotgebühr, Ordergebühr, Sparplankosten, der Zahl kostenloser ETF-Sparpläne, Guthabenzinsen und Mindestsparrate. Achte besonders auf die Sparplankosten und die Mindestsparrate, denn diese beiden Werte bestimmen über die lange Laufzeit deine reale Rendite stärker als einmalige Ordervorteile.
| Anbieter | Depotgebühr | Ordergebühr | Sparplankosten | ETF-Sparpläne | Guthabenzinsen | Mindestsparrate |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Scalable Capital | 0 € | ab 0,99 € | 0 € | ca. 2.900 | 2,5 % | 1 € |
| Trade Republic | 0 € | 1 € Fremdkosten | 0 € | ca. 2.500 | 2,25 % | 1 € |
| Traders Place | 0 € | ab 0 € | 0 € | ca. 1.900 | — | 1 € |
| Finanzen.net Zero | 0 € | 0 € (ab 500 €) | 0 € | ca. 1.500 | — | 1 € |
| Consorsbank | 0 € | ab 1,50 € | 0–1,5 % | ca. 2.400 | variabel | 10 € |
| Comdirect | 0 € | ab 4,90 € | 0–1,5 % | ca. 2.000 | — | 1 € |
| ING | 0 € | ab 4,90 € | 0 € | ca. 2.100 | — | 1 € |
| flatex | 0 € | ab 5,90 € | 0 € | ca. 1.500 | — | 25 € |
| DKB | 0 € | ab 10 € | 0 € | ca. 1.000 | — | 50 € |
Lies die Tabelle nicht nur von links nach rechts, sondern gewichte nach deinem Verhalten. Sparst du monatlich per ETF-Sparplan, sind Sparplankosten und Mindestsparrate deine wichtigsten Spalten. Handelst du selten und in großen Summen, rückt die Ordergebühr in den Vordergrund. Die Zahlen können sich ändern. Prüfe vor der Depoteröffnung die aktuellen Konditionen beim Anbieter. Neben den hier gelisteten Häusern lohnt der Blick in einen unabhängigen Juniordepot-Vergleich mit geprüften Konditionen, in dem etwa auch der S Broker für Sparkassenkundinnen gelistet ist.
Diese drei Auswahlkriterien entscheiden über die Rendite
Bevor du dich für ein Juniordepot entscheidest, solltest du drei Kriterien gewichten, die über die volle Laufzeit von bis zu 18 Jahren den entscheidenden Unterschied für deine Netto-Rendite machen. Entscheidend ist, welche Faktoren sich Monat für Monat wiederholen und dadurch den Zinseszins bremsen oder befeuern. Die folgenden drei Kriterien sind nach ihrer tatsächlichen Wirkung auf dein Endvermögen sortiert:
- Sparplankosten über die gesamte Laufzeit, der wichtigste Hebel für deine Netto-Rendite.
- Auswahl an ETFs und Mindestsparrate, denn passen sie zu deiner Rate und deiner Wunsch-Anlagestrategie?
- Depotführung und App, damit du Sparraten unkompliziert anpassen und pausieren kannst.
Warum steht die Sparplangebühr an erster Stelle? Weil sie bei jeder einzelnen Ausführung anfällt, Monat für Monat, 18 Jahre lang. Ein prozentuales Modell knabbert kontinuierlich an deiner Rendite, während ein einmaliger Vorteil bei der Ordergebühr selten wirkt. Bei einem Wertpapierkonto fürs Kind handelst du kaum aktiv, du sparst kontinuierlich. Deshalb schlagen kostenlose ETF-Sparpläne fast immer ein Depot mit günstigen Einzelorders. Die Auswahl an ETFs ist zweitrangig, solange die großen, breit gestreuten Welt-ETFs kostenlos besparbar sind, und das sind sie bei allen Neobrokern.
Total Cost of Ownership: Was ein Kinderdepot über 18 Jahre wirklich kostet
Nehmen wir einen Anbieter mit 1,5 Prozent Sparplangebühr und 100 Euro monatlich. Über 216 Ausführungen summieren sich 324 Euro reiner Gebühren, bei einem gebührenfreien Anbieter arbeitet dagegen dein gesamtes Kapital. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn diese 324 Euro fehlen im Depot und können keinen Zinseszins erwirtschaften. Bei sechs Prozent Wertentwicklung summiert sich der entgangene Ertrag auf schätzungsweise weitere 200 bis 300 Euro.
Unterm Strich kostet dich ein prozentuales Modell in diesem Szenario rund 500 bis 600 Euro, Geld, das bei einem gebührenfreien Anbieter deiner Tochter gehört hätte. Bei 200 Euro Sparrate verdoppelt sich dieser Betrag. Meine klare Empfehlung: Wähle für einen langfristigen ETF-Sparplan konsequent einen Anbieter mit null Euro Sparplankosten. Wer sich fragt, wie ein durchdachtes Investieren für Frauen aussieht, findet dort die passenden Grundlagen. Kleine Prozentzahlen sind über zwei Jahrzehnte alles andere als klein.
Kurzporträts der besten Juniordepot-Anbieter
Die folgenden Kurzporträts sortieren die Anbieter nach ihren Stärken, von den beiden führenden Neobrokern über die serviceorientierten Direktbanken bis zu spezialisierten Alternativen. Die Reihenfolge ist keine Rangliste, sondern eine Zuordnung nach Anlegerinnen-Typ. Welcher Anbieter für dich der beste ist, hängt von deiner Sparrate, deinem Servicewunsch und deiner Bereitschaft ab, Aktionen zu verfolgen.
Scalable Capital: Prime-Broker für automatisiertes Sparen
Scalable Capital ist die Adresse für Anlegerinnen, die viel automatisieren wollen. Mit rund 2.900 kostenlosen ETF-Sparplänen und einer Mindestrate von einem Euro deckt Scalable praktisch jede Strategie ab. Das Prime-Modell mit Flatrate-Handel lohnt sich, wenn du zusätzlich aktiv Aktien handelst. Fürs reine Juniordepot brauchst du es nicht. Stark sind die 2,5 Prozent Guthabenzinsen auf dem Verrechnungskonto und die saubere App inklusive Desktop-Version. Der Kundenservice ist rein digital, eine Filiale gibt es nicht. Für Julia, die Kapital effizient und automatisiert anlegen will, ist Scalable eine erste Wahl.
Trade Republic: gebührenfreie Sparpläne für kleine Raten
Trade Republic ist der ideale Einstieg für kleine Raten. Die ETF-Sparpläne kosten null Euro, die Mindestrate liegt bei einem Euro, und die Depotführung ist konsequent mobile-first. Für Anna, die mit 25 Euro startet, ist die Hürde denkbar niedrig, sie richtet den Sparplan in Minuten ein. Dazu gibt es attraktive Guthabenzinsen auf nicht investiertes Kapital. Die Kehrseite ist die reine App-Lösung ohne echte Desktop-Tiefe und ohne Filialservice. Wer viele Auswertungen am großen Bildschirm braucht, ist bei Scalable besser aufgehoben. Für den unkomplizierten, automatisierten Vermögensaufbau reicht Trade Republic vollkommen.
Comdirect und ING: breite ETF-Auswahl mit Bankanbindung
Comdirect und ING sind die etablierten Direktbanken im Feld. Beide bieten eine breite Auswahl an ETFs, mehrere Handelsplätze und einen Kundenservice, den du telefonisch erreichst. Das ist ein echter Vorteil, wenn du bei rechtlichen oder steuerlichen Fragen einen Ansprechpartner willst. Der Preis dafür: Bei Comdirect können Sparplankosten anfallen, wenn kein Aktionsangebot greift, und Einzelorders starten erst ab 4,90 Euro. Die ING hält viele kostenlose ETF-Sparpläne bereit, ist bei der Ordergebühr aber ebenfalls teurer als die Neobroker. Für Anlegerinnen, die Flexibilität, Servicetiefe und eine gewachsene Bankbeziehung schätzen, sind beide solide. Wer rein auf Kosten optimiert, findet günstigere Wege.
Consorsbank, flatex, Traders Place und Finanzen.net Zero im Kurzcheck
Die Consorsbank punktet mit häufig wechselnden ETF-Aktionen, bei denen Sparpläne zeitweise kostenlos laufen. Gut, wenn du bereit bist, das Angebot im Blick zu behalten. flatex ist ein Geheimtipp mit kostenlosen ETF-Sparplänen, verlangt aber eine Mindestrate von 25 Euro. Traders Place gehört zu den günstigsten Anbietern überhaupt und richtet sich an preisbewusste Sparerinnen. Finanzen.net Zero fährt konsequent gebührenfrei und ist damit eine schlanke Alternative zu Trade Republic und Scalable.
Renditebeispiele bis zum 18. Geburtstag durchgerechnet
Wie viel aus deinem ETF-Sparplan bis zur Volljährigkeit deines Kindes wird, hängt vor allem von zwei Stellschrauben ab, nämlich der monatlichen Rate und der durchschnittlichen Wertentwicklung. Der eigentliche Hebel ist die Zeit, denn über 18 Jahre entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung. Die folgende Tabelle kombiniert vier gängige Sparraten mit drei Renditeszenarien und zeigt den Endbetrag nach 18 Jahren bei monatlichem Sparen. Alle Werte verstehen sich vor Steuern und Inflation.
| Monatliche Rate | 4 % Rendite | 6 % Rendite | 8 % Rendite |
|---|---|---|---|
| 25 € | ca. 7.900 € | ca. 9.600 € | ca. 11.800 € |
| 50 € | ca. 15.800 € | ca. 19.200 € | ca. 23.600 € |
| 100 € | ca. 31.600 € | ca. 38.400 € | ca. 47.100 € |
| 200 € | ca. 63.200 € | ca. 76.800 € | ca. 94.300 € |
Bei 100 Euro monatlich und sechs Prozent Ertrag zahlst du über 18 Jahre 21.600 Euro ein, am Ende stehen rund 38.400 Euro auf dem Wertpapierkonto. Die Differenz von fast 17.000 Euro sind Erträge, die selbst wieder Erträge erwirtschaftet haben. Sei bei den Zahlen ehrlich zu dir: Von den Erträgen gehen bei Überschreiten der Freibeträge Steuern ab, und die Inflation frisst einen Teil der Kaufkraft. Trotzdem kommt kein Sparbuch und kein Tagesgeldkonto bei diesem Anlagehorizont an einen breit gestreuten ETF-Sparplan heran. Die acht Prozent sind bewusst optimistisch gewählt, kalkuliere lieber mit sechs Prozent.

Steuern im Kinderdepot: Wann bleiben Erträge steuerfrei?
Kapitalerträge im Juniordepot, also Zinsen, Dividenden und Kursgewinne, unterliegen nach § 20 EStG grundsätzlich der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Der entscheidende Vorteil ist, dass das Wertpapierkonto auf den Namen deines Kindes läuft und dein Kind eigene steuerliche Freibeträge hat. Dadurch bleibt ein erheblicher Teil der Erträge steuerfrei. Hinweis: Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Bei komplexen Fällen sprich mit einem Steuerberater.
Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag richtig kombinieren
Der Clou beim Juniordepot ist die Kombination mehrerer Freibeträge. Zuerst greift der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Höhe bleiben Kapitalerträge dank Sparer-Pauschbetrag und eingerichtetem Freistellungsauftrag komplett steuerfrei. Darüber hinaus hat dein Kind, sofern es kein weiteres Einkommen bezieht, Anspruch auf den Grundfreibetrag, der 2026 bei rund 12.348 Euro liegt. Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag können über eine Günstigerprüfung diesem Freibetrag zugerechnet werden. In Summe bleiben dadurch rund 13.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei, ein Rahmen, den ein normal besparter ETF-Sparplan über viele Jahre nicht ausschöpft. Solange dein Kind kein nennenswertes eigenes Einkommen hat, fällt bei realistischen Sparraten praktisch keine Steuer an.
Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung: So beantragst du sie
Damit die Steuervorteile greifen, musst du aktiv werden. Für den Sparerpauschbetrag richtest du einen Freistellungsauftrag ein, das geht direkt beim Anbieter, meist mit wenigen Klicks. Trage dort 1.000 Euro ein, und der Anbieter behält bis zu dieser Höhe keine Abgeltungssteuer ein. Reichen die 1.000 Euro nicht mehr aus, kommt die Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) ins Spiel. Sie bestätigt, dass das Einkommen deines Kindes unter dem Grundfreibetrag liegt. So gehst du vor: Formular „NV 1 A“ beim zuständigen Finanzamt anfordern oder online herunterladen, ausfüllen, einreichen. Das Finanzamt stellt die Bescheinigung in der Regel für drei Jahre aus. Diese reichst du beim Anbieter ein, dann bleiben auch Erträge über 1.000 Euro steuerfrei, bis der Grundfreibetrag erreicht ist. Faustregel: Freistellungsauftrag immer, NV-Bescheinigung erst, wenn die Erträge den Sparerpauschbetrag übersteigen.
Wann dein Kind eine eigene Steuererklärung abgeben muss
Solange die Kapitalerträge im steuerfreien Rahmen bleiben und Freistellungsauftrag oder NV-Bescheinigung vorliegen, ist keine Steuererklärung nötig. Pflicht wird sie erst, wenn die Erträge den Grundfreibetrag übersteigen. Achte auf eine zweite, oft übersehene Grenze, nämlich die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Übersteigt das Gesamteinkommen deines Kindes die Einkommensgrenze für die beitragsfreie Mitversicherung, 2026 rund 535 Euro monatlich beziehungsweise etwa 6.400 Euro im Jahr, droht der Verlust der kostenlosen Mitversicherung. Kapitalerträge zählen hier mit. Bei üblichen Sparraten ist das kein Thema, bei großen Depots mit hohen Ausschüttungen aber unbedingt im Blick zu behalten.
Schenkungssteuer-Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad
Nicht nur die Erträge, auch die Einzahlungen können steuerlich relevant werden. Zahlst du oder zahlen Großeltern größere Summen ins Juniordepot ein, greift die Schenkungssteuer, allerdings erst oberhalb großzügiger Freibeträge, die sich alle zehn Jahre erneuern. Konkret gilt: Jeder Elternteil kann seinem Kind 400.000 Euro alle zehn Jahre steuerfrei schenken, jeder Großelternteil 200.000 Euro im selben Turnus. Für Onkel, Tante oder Paten liegt der Freibetrag bei 20.000 Euro.
Für die meisten Familien ist das reine Theorie, normale Sparraten kratzen nie an diesen Grenzen. Praktisch relevant wird es bei Erbschaften oder größeren Einmalzahlungen. Wer als Großmutter oder Patin gezielt vorsorgt, sollte beim Verschenken ins Junior-Depot lieber direkt auf den Namen des Kindes einzahlen, statt den Umweg über die Eltern zu nehmen.
Die BAföG-Falle: Wann ein Kinderdepot schaden kann
Ein Juniordepot ist nicht in jeder Situation die beste Idee, und dieser Punkt fehlt in vielen Vergleichen. Der Grund heißt BAföG. Beantragt dein Kind später eine Ausbildungsförderung fürs Studium, wird sein eigenes Vermögen angerechnet. Und das Depot gehört rechtlich deinem Kind. Seit 2022 liegt der Vermögensfreibetrag beim BAföG bei 15.000 Euro für unter 30-Jährige. Alles darüber wird auf den Förderbetrag angerechnet. Ein Rechenbeispiel: Hat dein Kind mit 18 Jahren 30.000 Euro im Depot, liegen 15.000 Euro über der Grenze. Diese werden über die Studienzeit verteilt angerechnet und schmälern die Förderung erheblich.
Konkret bedeutet das: Ist absehbar, dass dein Kind auf Ausbildungsförderung angewiesen sein wird, kann ein gut gefülltes Wertpapierkonto den Förderanspruch aufzehren. In diesem Fall ist ein Elterndepot auf deinen Namen die klügere Wahl, weil dein Vermögen die BAföG-Berechnung deines Kindes nicht belastet. Diese ehrliche Abwägung solltest du treffen, bevor du dich festlegst.
Wem gehört das Geld – und was passiert mit 18?
Sobald du ein Wertpapierkonto auf den Namen deines Kindes eröffnest, gehört das eingezahlte Geld rechtlich deinem Kind, nicht dir. Als Erziehungsberechtigte verwaltet ihr das Vermögen treuhänderisch und dürft es nicht für eigene Zwecke entnehmen. Mit dem 18. Geburtstag endet eure Verfügungsgewalt vollständig. Ab diesem Tag entscheidet allein dein Kind, was mit dem Depot geschieht, ob es weiterspart, verkauft oder das Geld ausgibt. Das lässt sich rechtlich nicht verhindern oder hinauszögern.
Ein häufiger Irrtum: Manche Eltern wollen kurz vor der Volljährigkeit Geld aus dem Depot zurückholen. Das gilt steuerlich als Gestaltungsmissbrauch und kann die Steuervorteile rückwirkend kosten. Das Finanzamt erkennt die Zuordnung zum Kind nur an, wenn das Geld tatsächlich beim Kind bleibt. Überlege dir vorab ehrlich, ob du damit leben kannst, dass dein Kind mit 18 frei entscheidet. Wenn nicht, ist ein Elterndepot der bessere Weg.
Zustimmung beider Sorgeberechtigten bei der Eröffnung
Ein Juniordepot zu eröffnen ist rechtlich eine Vermögensangelegenheit des Kindes, und dafür müssen in der Regel beide sorgeberechtigten Elternteile zustimmen. Die meisten Anbieter verlangen deshalb die Unterschrift und Identifikation beider Erziehungsberechtigten. Bist du alleinerziehend und hast das alleinige Sorgerecht, genügt deine Zustimmung, die du mit einer Sorgerechtsbescheinigung des Jugendamts nachweist. Bei getrennten Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht müssen beide unterschreiben, auch wenn das Kind nur bei einem Elternteil lebt. Verweigert ein Elternteil grundlos die Zustimmung, hilft im Zweifel eine familienrechtliche Klärung.
Kinderdepot bei Trennung, Scheidung und Erbfall
Trennen sich die Eltern, bleibt das Depot unberührt. Es gehört weiterhin dem Kind und fällt nicht in den Zugewinnausgleich. Verwaltet wird es weiterhin gemeinsam, solange beide das Sorgerecht haben. Streit entsteht in der Praxis oft über die weitere Besparung: Wer zahlt künftig ein? Das solltet ihr klar regeln, am besten schriftlich. Im Erbfall ist das Wertpapierkonto ebenfalls geschützt, weil es bereits dem Kind gehört. Stirbt ein sorgeberechtigter Elternteil, geht die Verwaltung auf den überlebenden Elternteil über. Sind beide verstorben, übernimmt ein bestellter Vormund die treuhänderische Depotführung bis zur Volljährigkeit.
Ist das Kinderdepot vor Pfändung und Insolvenz geschützt?
Grundsätzlich ja: Gerätst du als Elternteil in eine Privatinsolvenz oder wird dein Vermögen gepfändet, ist das Juniordepot geschützt, weil es dem Kind gehört und nicht dir. Gläubiger haben keinen Zugriff auf Vermögen, das rechtlich einer anderen Person zusteht. Diese Grenze fällt jedoch, wenn eine Vermögensvermischung vorliegt, etwa wenn du das Depot faktisch wie dein eigenes nutzt oder für private Zwecke entnimmst. Dann kann ein Gericht das Depot dir zurechnen und der Schutz entfällt. Halte die Trennung deshalb sauber: Das Geld im Juniordepot ist das Geld deines Kindes, Punkt.

Frühstart-Rente 2026: Was das Konzept bringt
Die Frühstart-Rente ist das politische Vorzeigeprojekt für den frühen Vermögensaufbau. Der Plan mit Stand 2026: Der Staat zahlt für jedes Kind zwischen sechs und 18 Jahren, das eine Bildungseinrichtung besucht, monatlich zehn Euro in ein privates, kapitalgedecktes Depot ein. Das Geld soll am Kapitalmarkt investiert und erst zum Renteneintritt ausgezahlt werden. Klingt gut, hat aber Haken. Erstens ist der Betrag mit zehn Euro monatlich klein, über zwölf Jahre kommen so nur rund 1.440 Euro staatliche Einzahlung zusammen. Zweitens ist das Kapital bis zur Rente gebunden, anders als beim frei verfügbaren Juniordepot. Drittens sind viele Details wie Anbieterwahl, Kostenstruktur und Aufstockungsmöglichkeiten zum aktuellen Stand noch nicht final geregelt.
Meine Einordnung: Die Frühstart-Rente ersetzt kein Juniordepot, sie ergänzt es allenfalls. Wer flexibel für Führerschein, Ausbildung oder erste Wohnung ansparen will, braucht ein frei verfügbares Depot. Wer zusätzlich fürs ganz lange Alter des Kindes vorsorgen möchte, kann die staatliche Zulage mitnehmen. Wie eine langfristige Altersvorsorge für Frauen selbstbestimmt gelingt, zeigt dir ein eigener Ratgeber.
Kinderdepot oder Elterndepot – welche Lösung passt zu dir?
Die Grundsatzentscheidung lautet: Depot auf den Namen des Kindes oder auf deinen eigenen Namen? Beide Wege führen zum Vermögensaufbau, unterscheiden sich aber in drei Punkten deutlich, bei Steuer, Kontrolle und BAföG. Das Juniordepot punktet steuerlich, weil die eigenen Freibeträge deines Kindes die Erträge über viele Jahre steuerfrei machen. Der Preis dafür ist der Kontrollverlust mit 18 und das BAföG-Risiko. Das Elterndepot gibt dir volle Kontrolle über das Geld, belastet die BAföG-Berechnung deines Kindes nicht und lässt sich flexibel umwidmen. Dafür zahlst du Abgeltungssteuer, sobald dein eigener Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist.
Gerade wenn du in Teilzeit arbeitest oder in Elternzeit bist, ist diese Entscheidung Teil deiner selbstbestimmten Finanzplanung. Vorsorge fürs Kind darf deine eigene Absicherung nicht schwächen. Diese Abwägung ist individuell und lohnt eine fundierte Beratung, gerade auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit als Frau. Genau hier setzt Investforwomen an. Die auf Frauen spezialisierte Investmentberatung von Jenny Walter hilft dir, die passende Struktur zu finden, ob Kinderdepot, Elterndepot oder eine steueroptimierte ETF-Rentenversicherung. Über 5.000 Frauen wurden bereits begleitet. Im kostenlosen Erstgespräch klärst du, welcher Weg zu deiner Lebenssituation passt, ohne Verkaufsdruck und auf Augenhöhe.
Kinderdepot eröffnen: Unterlagen und Ablauf
Die Depoteröffnung läuft bei den meisten Anbietern komplett digital und dauert oft weniger als eine halbe Stunde. Der Prozess ist bei Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital nahezu identisch zu dem klassischer Direktbanken wie Comdirect oder ING. Die Unterschiede liegen vor allem im Identifikationsverfahren und in der Bearbeitungszeit. Wichtig ist, dass du als sorgeberechtigter Elternteil den Antrag stellst, denn das Wertpapierkonto läuft auf den Namen deines Kindes. Halte die folgenden Unterlagen und Angaben vorab bereit:
- Geburtsurkunde des Kindes (meist als Scan oder Foto ausreichend)
- Ausweise beider sorgeberechtigten Erziehungsberechtigten
- Steuer-Identifikationsnummer des Kindes
- Steuer-IDs der Eltern
- Video-Ident oder Post-Ident zur Identifikation
- Angaben für das zugehörige Verrechnungskonto
Der Ablauf ist überall ähnlich: Du füllst die Online-Antragsstrecke aus, lädst die Geburtsurkunde hoch und identifizierst dich, bei Neobrokern meist per Video-Ident in wenigen Minuten, bei manchen Direktbanken per Post-Ident. Danach richtest du den ETF-Sparplan ein und legst die Sparrate sowie die Ausführungsintervalle fest. Sonderfall Alleinerziehende: Du reichst zusätzlich die Sorgerechtsbescheinigung ein. Bei getrennten Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht müssen sich beide identifizieren, das kann den Prozess etwas verlängern. Vergiss nach der Depoteröffnung nicht den Freistellungsauftrag, damit die Steuervorteile von Anfang an greifen.

Deine nächsten Schritte mit Investforwomen
Welches Juniordepot das beste ist, hängt am Ende von deiner Lebenssituation ab, von deiner Sparrate, deinem Anlagehorizont und der ehrlichen Frage, ob BAföG später ein Thema wird. Genau diese individuelle Abwägung nimmt dir kein Vergleichsportal ab. Investforwomen ist die Investmentberatung, die ausschließlich für Frauen arbeitet, empathisch, kompetent und auf Augenhöhe. Über 5.000 Frauen wurden bereits begleitet, mit einer durchschnittlichen Rendite von über sechs Prozent pro Jahr in den betreuten Strategien. Ein Renditeversprechen ist das nicht, aber ein Beleg für solide, langfristige Arbeit.
Wenn du für dein Kind vorsorgen und dabei sicher entscheiden willst, buch dir dein kostenloses Erstgespräch. Ihr klärt gemeinsam, welche Struktur zu dir passt, ganz ohne Druck, dafür mit einer klaren Strategie für den Vermögensaufbau deiner Familie.
Häufige Fragen zum Junior-Depot Vergleich
Ab wann lohnt sich ein Kinderdepot?
Ein Juniordepot lohnt sich, sobald du regelmäßig in Wertpapiere sparen kannst und einen langen Anlagehorizont hast. Schon ab einem Euro monatlich kannst du mit einem ETF-Sparplan starten. Je früher du beginnst, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt, ideal direkt nach der Geburt für die maximale Laufzeit bis 18.
Können Großeltern ein Depot eröffnen?
Die Depoteröffnung ist in der Regel den sorgeberechtigten Eltern vorbehalten. Großeltern können aber jederzeit Geld in ein bestehendes Juniordepot einzahlen, im steuerfreien Rahmen der Schenkungsfreibeträge. Ein eigenes Depot auf ihren Namen ist für Enkel-Sparziele ebenfalls möglich.
Was passiert mit dem Guthaben bei Volljährigkeit?
Mit dem 18. Geburtstag geht das Depot vollständig in die Hand deines Kindes über.
Muss mein Kind Steuern zahlen?
In der Regel nicht: Durch Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag bleiben rund 13.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei. Das sind die zentralen Steuervorteile des Juniordepots.
Quellen

Über die Autorin
Jenny
Geschäftsführerin & GründerinJenny weiß seit ihrer Jugend, wie schnell finanzielle Sicherheit ins Wanken geraten kann. Weil die Finanzbranche Frauen nicht abholt, hat sie mit Investforwomen ihre eigene Antwort darauf gegründet.
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