Europa-ETF sinnvoll ins Depot einbauen
Europa-ETF als clevere Beimischung: So findest du anhand von Index, Kosten, Volumen und Ertragsverwendung den passenden Fonds fürs Depot.

InhaltAlles Wichtige auf einen Blick
- Alles Wichtige auf einen Blick
- Welcher Europa-ETF ist der beste, und worauf kommt es wirklich an?
- Was ein Europa-ETF ist und wie er funktioniert
- Eurozone oder ganzer Kontinent, der entscheidende Unterschied
- Die wichtigsten europäischen Indizes im Vergleich
- Diese Kriterien entscheiden über deine ETF-Auswahl
- Chancen europäischer Aktien realistisch einordnen
- Risiken und historische Kriseneinbrüche
- Europa-ETF im Marktumfeld 2026
- Steuerliche Behandlung von Europa-ETFs
- Wie hoch sollte dein Europa-Anteil sein?
- Small Caps und Themen-ETFs als kleiner Satellit
- Strategie statt Produktjagd, so unterstützt dich Investforwomen
- Häufige Fragen zu Europa-ETFs
- Quellen
Es gibt nicht den einen besten Europa-ETF, und das ist eine gute Nachricht. Deine Wahl hängt an wenigen, klar prüfbaren Kriterien. Es zählen der abgebildete Aktienindex, die Gesamtkostenquote, das Fondsvolumen und die Frage, ob der Fonds Erträge thesauriert oder ausschüttet. Fast ebenso wichtig ist die strategische Einordnung. Ein Europa-ETF gehört als Beimischung in dein Depot, nicht als Basis. Der breit gestreute Welt-ETF bleibt dein Kern. Wenn du bereits einen solchen Kern besitzt oder aufbaust, liest du hier, wie du europäische Aktien gezielt und mit Verstand dazu mischst.
Alles Wichtige auf einen Blick
- Es gibt nicht den einen besten Europa-ETF. Entscheidend sind Aktienindex, Gesamtkostenquote, Fondsvolumen und Ertragsverwendung.
- Ein Europa-ETF gehört als Beimischung ins Depot, nicht als Basis des breit gestreuten Weltportfolios.
- Europäische Indizes sind stark von Banken und Industrie geprägt und im Tech-Sektor deutlich untergewichtet.
- Eine Beimischung von 10 bis 30 Prozent reicht meist aus, um den USA-Fokus des Weltportfolios auszugleichen.
- Europa-ETFs in Euro sparen dir das Fremdwährungsrisiko, das ein globaler Fonds mit hohem Dollar-Anteil mitbringt.
Welcher Europa-ETF ist der beste, und worauf kommt es wirklich an?
Die ehrliche Antwort lautet: Den einen objektiv besten Fonds gibt es nicht. Anbieter wie iShares, Xtrackers, Amundi oder UBS bilden dieselben Indizes oft nahezu identisch ab. Was zählt, sind vier Hebel, nämlich der zugrunde liegende Aktienindex, die laufenden Kosten, das Fondsvolumen und die Ertragsverwendung. Diese vier Punkte führe ich weiter unten im Detail aus.
Genauso entscheidend wie die Produktfrage ist die Rolle im Gesamtportfolio. Ein Europa-ETF korrigiert das starke US-Übergewicht deines Weltportfolios, ersetzt es aber nicht. Er ist die Beimischung, nicht das Fundament. Wie hoch der Anteil sinnvollerweise ausfällt und welche Indizes wirklich breit streuen, klärst du in den folgenden Abschnitten. Einen kompakten Überblick zum Investieren in Europa mit ETFs findest du ergänzend dazu.
Was ein Europa-ETF ist und wie er funktioniert
Ein Europa-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen europäischen Aktienindex möglichst exakt nachbildet. Statt einzelne Titel auszuwählen, kaufst du mit einem einzigen Anteil einen ganzen Korb europäischer Aktien, gewichtet nach Marktkapitalisierung, also nach dem Börsenwert der enthaltenen Unternehmen. Wenn du dich generell fragst, ob ETFs der richtige Weg für dich sind, lohnt sich vorab ein Blick auf die Grundlagen. Viele dieser Produkte sind als UCITS ETF aufgelegt und damit an die strengen europäischen Anlegerschutzregeln gebunden.
Der Unterschied zum Welt-ETF liegt im Anlageuniversum. Ein globaler Fonds wie auf den MSCI World bündelt Aktien aus 23 Industrieländern, mit US-Titeln als klarem Schwergewicht. Ein Europa-ETF beschränkt sich bewusst auf europäische Unternehmen. Damit verschiebst du die regionale Gewichtung deines Depots gezielt, weg vom Dollar-Raum, hin zu Konzernen, deren Umsätze und Kurse stärker im Euro und in europäischen Währungen verankert sind.

Eurozone oder ganzer Kontinent, der entscheidende Unterschied
Bevor du dich für einen konkreten Fonds entscheidest, klärst du eine Grundsatzfrage. Soll dein Europa-ETF nur die Eurozone abbilden oder den gesamten Kontinent? Das klingt nach einem Detail, hat aber spürbare Folgen für Streuung und Währung.
Indizes wie der Euro Stoxx 50 oder der MSCI EMU umfassen ausschließlich Länder mit dem Euro als Währung, also Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und weitere. Damit fallen für dich als Euro-Anlegerin die Schwankungen der Wechselkurse nahezu vollständig weg, das Anlageuniversum ist aber enger.
Breitere Indizes wie der Stoxx 600 mit rund 600 Titeln aus 17 Ländern, der MSCI Europe oder der FTSE Developed Europe decken den ganzen Kontinent ab. Sie schließen große Nicht-Euro-Märkte ein, etwa die Schweiz mit Schwergewichten wie Nestlé, Novartis und Roche sowie Großbritannien mit Konzernen wie Shell und AstraZeneca. Das verbessert die Diversifikation deutlich, bringt aber einen kleinen Anteil Franken- und Pfund-Risiko zurück ins Portfolio. Für eine breit gestreute Beimischung ist die Kontinent-Variante meist die stimmigere Wahl.

Die wichtigsten europäischen Indizes im Vergleich
Fünf Indizes tauchen bei Europa-ETFs immer wieder auf. Sie unterscheiden sich vor allem in der Zahl der Titel und darin, ob sie die Eurozone oder den ganzen Kontinent abdecken. Als Faustregel gilt: Je mehr Titel ein Aktienindex enthält, desto breiter gestreut ist er. Ein Index mit nur 50 Werten bündelt dein Geld dagegen auf wenige große Konzerne. Genau das entscheidet darüber, wie viele Unternehmen und Länder tatsächlich in deinem Portfolio landen. Die folgende Übersicht fasst die Kerndaten der fünf gängigsten Indizes zusammen.
| Index | Anzahl Titel | Länderabdeckung | Eurozone/Kontinent | Typische Kostenspanne |
|---|---|---|---|---|
| Stoxx 600 | ca. 600 | 17 Länder | Kontinent (inkl. CH, UK) | 0,07–0,20 % p.a. |
| MSCI Europe | ca. 400 | 15 Industrieländer | Kontinent (inkl. CH, UK) | 0,12–0,30 % p.a. |
| FTSE Developed Europe | ca. 550 | 16 Industrieländer | Kontinent (inkl. CH, UK) | 0,05–0,15 % p.a. |
| MSCI EMU | ca. 220 | 10 Eurozone-Länder | nur Eurozone | 0,12–0,25 % p.a. |
| Euro Stoxx 50 | 50 | 8 Eurozone-Länder | nur Eurozone | 0,05–0,16 % p.a. |
Quellen: Index-Factsheets von STOXX, MSCI und FTSE Russell, Stand Juli 2026. Für eine breite Streuung eignen sich vor allem der Stoxx 600 und der FTSE Developed Europe, weil sie mehrere Hundert Large Caps und mittelgroße Unternehmen über den ganzen Kontinent abbilden. Der MSCI Europe mit rund 400 Titeln liegt nah dabei. Deutlich konzentrierter ist der Euro Stoxx 50. Seine 50 Schwergewichte aus der Eurozone bedeuten ein klares Klumpenrisiko und taugen eher als Ergänzung. Der MSCI EMU liegt dazwischen und passt, wenn du bewusst nur auf die Eurozone setzen möchtest.

Diese Kriterien entscheiden über deine ETF-Auswahl
Hast du dich für einen breiten Aktienindex entschieden, prüfst du die konkreten Fonds anhand einiger nüchterner Kennzahlen. Kein einzelner Wert entscheidet allein, erst das Zusammenspiel ergibt eine solide Wahl. Die steuerliche Behandlung folgt in einem eigenen Abschnitt. Diese Checkliste führt die sechs wichtigsten Punkte auf:
- Gesamtkostenquote: Bei breiten Europa-ETFs sind laufende Kosten zwischen 0,05 und 0,20 Prozent pro Jahr üblich. Niedriger ist besser, aber nicht das einzige Kriterium.
- Fondsvolumen: Ab etwa 100 Millionen Euro gilt ein Fonds als wirtschaftlich stabil. Kleinere Fonds werden häufiger geschlossen oder verschmolzen.
- Replikationsmethode: Physisch replizierende Fonds kaufen die Aktien tatsächlich, synthetische bilden den Aktienindex über Tauschgeschäfte ab. Für breite Standardindizes ist die physische Variante gängig und transparent.
- Ertragsverwendung: Thesaurierend oder ausschüttend, dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt.
- Fondsdomizil: Irland und Luxemburg sind Standard, die steuerliche Wirkung erläutere ich im Abschnitt zur Besteuerung.
- Tracking Difference: Die tatsächliche Abweichung von der Wertentwicklung des Index über mehrere Jahre, sie sagt oft mehr aus als die Gesamtkostenquote allein.
Prüfe diese Punkte im Factsheet und im aktuellen Verkaufsprospekt. Ein Fonds, der bei allen sechs Kriterien solide dasteht, ist selten eine Fehlentscheidung, unabhängig vom Anbieter oder deinem Broker.
Thesaurierend oder ausschüttend, was passt zu deiner Situation?
Ein thesaurierender Fonds legt Dividenden automatisch wieder an. Dein Kapital wächst durch den Zinseszinseffekt, ohne dass du selbst reinvestieren musst. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist das oft die bequemste Variante, besonders wenn du über einen Sparplan Monat für Monat automatisiert investierst.
Ein ausschüttender Europa-ETF zahlt dir die Dividenden regelmäßig aufs Konto aus. Das lohnt sich, wenn du einen laufenden Cashflow möchtest, etwa als Andrea, die kurz vor dem Ruhestand ihre Rentenlücke mit planbaren Ausschüttungen ergänzen will. Regelmäßige Dividenden können so ein Baustein für ein passives Einkommen sein. Für den reinen Aufbau in jungen Jahren ist Thesaurierung meist die einfachere Wahl.
Chancen europäischer Aktien realistisch einordnen
Europäische Aktien gelten seit Jahren als günstiger bewertet als US-Titel. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt in Europa spürbar unter dem US-Niveau, das Kurs-Buchwert-Verhältnis ebenfalls, und die Dividendenrendite fällt am europäischen Aktienmarkt traditionell höher aus als in den USA (Stand 2026, Index-Factsheets). Eine niedrige Bewertung ist keine Rendite-Garantie, aber ein solides Argument gegen ein Depot, das fast ausschließlich auf teure US-Werte setzt. Wer noch tiefer einsteigen möchte, findet in unserem Überblick zu Aktien für Frauen weitere Strategien.
Der zweite Vorteil ist der Heimatmarkt-Effekt. Als Euro-Anlegerin verdienst und lebst du im Euro-Raum. Ein höherer Europa-Anteil reduziert die Abhängigkeit vom Dollar-Kurs und passt deine Anlage besser an deine tatsächlichen Ausgaben an.
Drittens verbessert die Beimischung deine Diversifikation. Ein reiner Welt-ETF ist heute zu über 60 Prozent in den USA investiert, ein Klumpenrisiko, das viele Anlegerinnen unterschätzen. Wer europäische Aktien gezielt höher gewichtet, verteilt das Risiko auf mehr Regionen und macht sich unabhängiger von einer einzigen Volkswirtschaft und einer Handvoll Tech-Konzerne.
Wie sich die Renditeerwartung für Europa gegenüber den USA einordnen lässt
Für die langfristige Perspektive lohnt der Blick in die Forschung. Das Global Investment Returns Yearbook von Dimson, Marsh und Staunton (Ausgabe 2024, UBS) wertet die Wertentwicklung von Aktien über mehr als 120 Jahre aus. Das Ergebnis: US-Aktien lieferten historisch eine der höchsten realen Langfristrenditen weltweit, während europäische Märkte im Schnitt etwas darunter lagen.
Entscheidend ist die Lesart. Ein großer Teil der US-Überrendite der letzten fünfzehn Jahre stammt aus steigenden Bewertungen, nicht allein aus höheren Gewinnen. Solche Bewertungsaufschläge lassen sich nicht beliebig fortschreiben. Eine gezielte, moderate Europa-Beimischung korrigiert bewusst das extreme US-Übergewicht im Weltportfolio. Die vergangene Wertentwicklung bleibt trotzdem keine Prognose für die Zukunft.
Sektorstruktur: Warum Europa anders tickt als die USA
Europäische Indizes sind anders zusammengesetzt als US-Indizes, und das erklärt einen großen Teil des Renditeunterschieds. Der Technologiesektor, in den USA das dominierende Schwergewicht, ist in Europa deutlich untergewichtet. Es fehlen die ganz großen Plattform-Konzerne.
Stattdessen prägen andere Branchen den europäischen Markt: Banken und Finanzwerte, Industrie, Pharma und Gesundheit sowie klassische Konsumgüterhersteller wie LVMH, Nestlé oder L'Oréal. Diese Branchenabdeckung macht europäische Indizes tendenziell defensiver und dividendenstärker, aber auch weniger wachstumsgetrieben. In Phasen, in denen Tech-Werte boomen, hinkt Europa hinterher. Drehen sich die Vorzeichen und rücken Substanzwerte in den Fokus, kann genau diese Struktur zum Vorteil werden. Für dein Depot bedeutet das: Ein Europa-ETF ergänzt den tech-lastigen Welt-ETF sinnvoll, statt ihn zu doppeln.
Risiken und historische Kriseneinbrüche
Aktien schwanken, europäische ebenso wie globale. Wer in einen Europa-ETF investiert, muss zwischenzeitliche Kursrückgänge von 30 bis über 50 Prozent aushalten können. Solche Drawdowns gehören zum Aktienmarkt dazu und lassen sich nicht ausschalten, nur aussitzen. Volatilität ist kein Zeichen für einen Fehler in deiner Strategie, sondern der Preis, den du für langfristige Renditechancen zahlst. Wer in einem Einbruch panisch verkauft, macht aus vorübergehenden Buchverlusten echte Verluste. Ein Blick in die Vergangenheit macht greifbar, wie tief solche Einbrüche ausfallen können.
| Krise | Ungefährer Rückgang | Ungefähre Erholungsdauer |
|---|---|---|
| Finanzkrise 2008/09 | ca. −50 bis −55 % | mehrere Jahre |
| Eurokrise 2011/12 | ca. −25 bis −30 % | rund 1–2 Jahre |
| Corona-Crash 2020 | ca. −35 % | wenige Monate bis rund 1 Jahr |
Werte gerundet, auf Basis breiter europäischer Indizes (Stoxx 600, MSCI Europe), Stand Juli 2026. Zwei Muster fallen auf. Die Erholungsdauer variiert stark, und gerade europäische Indizes hatten nach der Finanzkrise und in der Eurokrise länger zu kämpfen als der US-Markt. Genau deshalb gilt die Regel: Investiere nur Geld, das du über zehn Jahre und länger nicht brauchst. Für Frauen mit Teilzeit- oder Elternzeit-Phasen ist ein langfristiger, automatisierter Sparplan hier der beste Schutz. Er glättet die Einstiegskurse über die Zeit.
Das Währungsrisiko: Vorteil gegenüber dem Welt-ETF
Ein Welt-ETF investiert stark in den Dollar. Fällt der Dollar gegenüber dem Euro, schmälert das deine Rendite in Euro, selbst wenn die Aktienkurse steigen. Ein breiter Europa-ETF reduziert diese Abhängigkeit von schwankenden Wechselkursen, weil ein Großteil der enthaltenen Unternehmen im Euro und in europäischen Währungen bilanziert.
Währungsgesicherte Varianten, oft mit dem Zusatz "hedged", schalten das verbleibende Fremdwährungsrisiko rechnerisch aus. Das kostet jedoch zusätzliche Gebühren und ist für einen ohnehin überwiegend im Euro verankerten Europa-ETF selten sinnvoll. Für die langfristige Beimischung reicht die ungesicherte Variante in aller Regel völlig aus.

Europa-ETF im Marktumfeld 2026
2026 erlebt Europa an den Börsen einen ungewohnten Rückenwind. Nach Jahren der US-Dominanz rotiert Kapital spürbar aus US-Tech-Werten in europäische Titel. Besonders Finanzwerte legten kräftig zu, und Rüstungs- sowie Verteidigungsaktien profitieren vom Fokus auf europäische Sicherheit und höhere Verteidigungsbudgets. Auch geopolitische Verschiebungen und die Debatte über mehr europäische Eigenständigkeit lenken die Aufmerksamkeit vieler Anlegerinnen zurück auf den heimischen Kontinent. Was jahrelang als langweiliger Nebenschauplatz galt, steht plötzlich wieder im Fokus, und genau das macht eine nüchterne Einordnung umso wichtiger.
Trotzdem eine klare Einordnung: Taktisches Timing anhand solcher Trends ist riskant. Niemand weiß, wie lange eine Rotation anhält. Baue deinen Europa-Anteil deshalb nicht auf, weil die letzten Monate gut liefen, sondern weil er strategisch dauerhaft in deine Allokation passt. Ein Trend, der sich schon in den Kursen widerspiegelt, ist kein verlässlicher Wegweiser für die Zukunft. Das aktuelle Umfeld ist kein Kaufsignal und ersetzt keine langfristige Strategie.

Steuerliche Behandlung von Europa-ETFs
Auf Kursgewinne und Ausschüttungen fällt in Deutschland Abgeltungsteuer an, plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Für Aktien-Fonds gilt jedoch die Teilfreistellung. 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei, weil der Fonds auf Unternehmensebene bereits besteuert wird. Ein Europa-ETF mit hohem Aktienanteil profitiert davon in vollem Umfang.
Bei thesaurierenden Fonds greift zusätzlich die Vorabpauschale. Sie besteuert einen fiktiven Mindestertrag jährlich vorab, damit thesaurierende Produkte steuerlich nicht dauerhaft besser gestellt sind als ausschüttende. Die tatsächliche Belastung ist bei den aktuellen Basiszinssätzen moderat und wird beim späteren Verkauf verrechnet. Das Fondsdomizil, meist Irland oder Luxemburg, beeinflusst außerdem, wie viel Quellensteuer auf Dividenden anfällt und rückholbar ist.
Hinweis: Diese Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Steuerliche Regelungen ändern sich, und deine persönliche Situation kann abweichen. Kläre Details mit einer Steuerberaterin oder deinem Finanzamt.
Wie hoch sollte dein Europa-Anteil sein?
Die zentrale Frage lautet nicht "ob", sondern "wie viel". Als grobe Orientierung gilt: Eine Beimischung von 10 bis 30 Prozent reicht meist aus, um den US-Fokus deines Weltportfolios spürbar auszugleichen. Ein höherer Anteil ist möglich, verschiebt dein Depot aber stark weg vom Weltmarkt und erhöht das Klumpenrisiko einer einzelnen Region. Wer noch viele Jahre bis zur Pension hat, kann eine höhere Gewichtung eher verkraften als jemand kurz vor dem Ruhestand. So gehst du bei deiner Geldanlage Schritt für Schritt vor:
- Kern festlegen: Dein breit gestreutes Weltportfolio bleibt das Fundament, etwa 70 bis 90 Prozent deines Aktienanteils.
- Europa-Anteil bestimmen: Wähle einen Wert zwischen 10 und 30 Prozent, je nachdem, wie stark du das US-Übergewicht korrigieren möchtest.
- Breiten Index wählen: Setze für die Beimischung auf einen breit gestreuten Kontinent-Index, nicht auf einen konzentrierten wie den Euro Stoxx 50.
- Sparplan einrichten: Verteile die Raten automatisiert auf beide Bausteine, damit die Gewichtung von allein erhalten bleibt.
- Jährlich prüfen: Kontrolliere einmal im Jahr, ob die Anteile noch stimmen, und justiere bei Bedarf.
Ein Rechenbeispiel: Julia investiert monatlich 600 Euro und hält bisher ein reines Welt-ETF-Depot. Sie möchte europäische Aktien mit 20 Prozent beimischen. Künftig fließen 480 Euro in den Welt-ETF und 120 Euro in einen breiten Europa-ETF. Anna mit ihren 50 Euro im Monat kann genauso vorgehen. Die Prozente bleiben gleich, nur die Beträge sind kleiner. Wichtig ist die Konsequenz, nicht die Höhe. Gerade wer wegen Teilzeit oder Elternzeit weniger einzahlt, profitiert von einem automatisierten Sparplan.

Small Caps und Themen-ETFs als kleiner Satellit
Neben breiten Europa-ETFs gibt es enger gefasste Produkte: Fonds auf europäische Small und Mid Caps oder auf einzelne Branchen wie Financials und Verteidigung. Sie können reizvoll wirken, weil sie in guten Phasen überdurchschnittlich laufen, gehören aber höchstens als kleiner Satellit ins Depot, niemals als Kern.
Small-Cap-Fonds bündeln kleinere Unternehmen, die langfristig eine Renditeprämie liefern können, dafür aber stärker schwanken und in Krisen tiefer fallen. Branchen-ETFs konzentrieren dein Geld auf einen einzigen Sektor. Das ist eine Wette und keine Diversifikation. Wenn überhaupt, begrenze solche Satelliten auf wenige Prozent deines Aktienanteils. Wer Verteidigungswerte nach einer Rally kauft, kauft oft teuer ein. Der breit gestreute, kostengünstige Kern bleibt der Motor deines Vermögensaufbaus, Nischenprodukte sind das Salz, nicht die Suppe.
Strategie statt Produktjagd, so unterstützt dich Investforwomen
Die eigentliche Herausforderung ist selten der einzelne Fonds. Sie liegt in der Gesamtstrategie. Wie viel Aktien, wie viel Europa, wie viel Risiko passt zu deinem Leben und deinen Zielen? Diese Frage lässt sich nicht mit einem Ranking beantworten, sondern nur mit Blick auf deine persönliche Situation und den Weg zu deiner finanziellen Unabhängigkeit.
Genau hier setzt Investforwomen an, die digitale 1:1-Investmentberatung ausschließlich für Frauen, gegründet von Jenny Walter. Statt Produktkauftipps bekommst du eine Strategie, die zu dir passt: mit einem automatisierten, langfristigen Sparplan, der auch Teilzeit, Elternzeit und die drohende Rentenlücke berücksichtigt. Zahlreiche Frauen wurden bereits begleitet, mit ehrlicher Beratung auf Augenhöhe.
Du musst nicht allein herausfinden, wie hoch dein Europa-Anteil sein sollte. In einem kostenlosen Erstgespräch klärst du deine Ziele und bekommst einen konkreten Fahrplan, unverbindlich und in verständlicher Sprache. Buch dir dein Erstgespräch und bring deine Strategie in Bewegung.
Häufige Fragen zu Europa-ETFs
Gibt es den einen besten Europa-ETF?
Nein. Fonds verschiedener Anbieter auf denselben breit gestreuten Aktienindex sind sich sehr ähnlich, entscheidend sind die im ersten Abschnitt genannten Kriterien statt des Markennamens.
Macht ein Europa-ETF ohne Welt-ETF Sinn?
Eher nicht. Ein Europa-ETF ist als Beimischung gedacht, nicht als Basis. Ohne breit gestreutes Weltportfolio fehlt dir die globale Diversifikation, und du gehst ein regionales Klumpenrisiko ein.
Wie oft sollte ich mein Depot rebalancen?
Einmal im Jahr reicht in der Regel. Wie du dabei über die Sparplanraten justierst, ist im Abschnitt zum Europa-Anteil beschrieben.
Lohnt sich ein währungsgesicherter Europa-ETF?
Meist nicht. Die Begründung findest du im Abschnitt zum Währungsrisiko.
Quellen

Über die Autorin
Jenny
Geschäftsführerin & GründerinJenny weiß seit ihrer Jugend, wie schnell finanzielle Sicherheit ins Wanken geraten kann. Weil die Finanzbranche Frauen nicht abholt, hat sie mit Investforwomen ihre eigene Antwort darauf gegründet.
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